Zusammenhang zwischen Überempfindlichkeit des Penis und Ejaculatio praecox

TEMPE oder PSD502 beziehen sich auf Fortacin®.

BJU Int. 2011 Feb;107(3):452-7. doi: 10.1111/j.1464-410X.2010.09456.x.

Zusammenhang zwischen Überempfindlichkeit des Penis und Ejaculatio praecox

The link between penile hypersensitivity and premature ejaculation

Wyllie MG, Hellstrom WJ.

ZIELSETZUNGEN:

Untersuchung der Korrelation zwischen Überempfindlichkeit des Penis und vorzeitiger Ejakulation, definiert gemäß der von der International Society of Sexual Medicine (ISSM) festgelegten Kriterien. Die Annahme, die Überempfindlichkeit des Penis sei eine Ursache der Ejaculatio praecox, basiert auf dokumentierten klinischen neurophysiologischen Daten und der klinischen Wirksamkeit des topischen Desensibilisierungsmittels PSD502 bei der Behandlung der Ejaculatio praecox. PSD502 ist ein Eutektikum-ähnliches Gemisch aus zwei Lokalanästhetika, Lidocain und Prilocain, deren primäre Wirkung in der Verringerung der neuronalen Übertragung afferenter Signale besteht.

METHODEN:

Dokumentierte neurophysiologische Daten wurden zusammen mit Daten aus kürzlich durchgeführten klinischen Studien mit PSD502 begutachtet, einschließlich der veröffentlichten Daten der ersten doppelblinden klinischen Studie, in der ein topisches Desensibilisierungsmittel bei einer Gruppe von Männern mit Ejaculatio praecox, bestimmt anhand der neuen ISSM-Definition, angewendet wurde. Das klinische Profil von PSD502, welches auf seinen lokalanästhesierenden Eigenschaften beruht, dient als Surrogat-Index bei der Rolle von afferenten Signalen beim Ejakulationsreflex.

ERGEBNISSE:

Die veröffentlichten Daten belegen nicht eindeutig, dass die Überempfindlichkeit des Penis die Ursache der Ejaculatio praecox ist. Die Auswertung der Daten wird dadurch erschwert, dass in den Studien unterschiedliche Populationen mit Ejaculatio praecox aufgenommen wurden. Daten der klinischen Studien zu PSD502 zeigen deutlich, dass PSD502 die Ejakulationslatenz erhöht und die Kontrolle und sexuelle Zufriedenheit verbessert, wenn es 5 min vor dem Geschlechtsverkehr topisch bei Männern mit vorzeitigem Samenerguss angewendet wird. Dadurch waren die Probanden in der Lage, die Ejakulation bis zu 6‑mal länger hinauszuzögern als solche, die ein Placebo anwendeten.

SCHLUSSFOLGERUNG:

Das klinische Profil von PSD502 verleiht der Hypothese, dass die Überempfindlichkeit des Penis die Ursache der Ejaculatio praecox ist, Plausibilität. Die vorwiegende Wirkung von Lokalanästhetika besteht in der Verringerung der neuronalen Übertragung afferenter Signale. Das klinische Profil von PSD502, das eine Verbesserung der Ejakulationsfunktion in Abwesenheit einer allgemeinen Verringerung der Empfindlichkeit des Penis aufweist, ist am einfachsten dadurch zu erklären, dass bei Patienten mit Ejaculatio praecox eine Überempfindlichkeit vorliegt.

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