Epidemiologie

Etwa 8 Millionen Männer in Deutschland leiden an vorzeitigem Samenerguss – das sind 20 % aller männlichen Erwachsenen des Landes.

In der Fachliteratur werden eine Reihe unterschiedlicher Definitionen des vorzeitigen Samenergusses verwendet. Dadurch ist die Bestimmung der genauen Häufigkeit dieses Leidens sehr schwierig. Man kann aber sicher davon ausgehen, dass es sich beim vorzeitigen Samenerguss um die von Männern am häufigsten beklagte sexuelle Störung handelt, unter der 3‑30 % aller Männer leiden.1

Zahlen zur Häufigkeit lieferte die umfangreiche italienische Studie PEPA („Premature Ejaculation Prevalence and Attitude“). An ihr nahmen 12.133 europäische (aus Deutschland und Italien) und US-amerikanische Männer im Alter von 18 bis 70 Jahren teil. Insgesamt waren 22,7 % der Befragten von vorzeitigem Samenerguss betroffen; ein Anteil, der in allen drei Ländern sehr ähnlich war (USA 24 %, Deutschland 20,3 %, Italien 20,0 %). Von den betroffenen Männern litten 49,6 % unter primärem vorzeitigem Samenerguss, 34,6 % unter sekundärem und 15,8 % unter nur gelegentlichem frühzeitigem Samenerguss.2

Offensichtlich sind alleine in Deutschland etwa 8 Millionen Männer von vorzeitigem Samenerguss betroffen. Dabei gibt es ziwschen den verschiedenen Altergruppen, keine Unterschiede beim Auftreten und der Häufigkeit des vorzeitigen Samenergusses. Zudem ist bekannt, dass die Dunkelziffer hoch ist und die Funktionsstörung nicht immer erkannt wird.3

1. Mathers MJ, Schmitges J, Klotz T, Sommer F. Einführung in die Diagnostik und Therapie der Ejaculatio praecox. Dtsch Arztebl 2007;104(50):A 3475-3480.

2. Porst H, Montorsi F, Rosen RC, Gaynor L, Grupe S, Alexander J. The premature ejaculation prevalence and attitudes (PEPA) survey: Prevalence, comorbidities and professional help-seeking. Eur Urol 2007;51:816–824.

3. Mathers MJ, Sommer F, Degener S, et al. Die Ejaculatio praecox in der urologischen Praxis. Aktuel Urol 2013;44(01):33-39.