Entwicklung therapeutischer Strategien bei Ejaculatio praecox: Suche nach bedarfsorientierten Behandlungen – topisch vs. systemisch

Can Urol Assoc J. 2012 Oct;6(5):380-5. doi: 10.5489/cuaj.12002.

Entwicklung therapeutischer Strategien bei Ejaculatio praecox: Suche nach bedarfsorientierten Behandlungen – topisch vs. systemisch

Evolving therapeutic strategies for premature ejaculation: The search for on-demand treatment – topical versus systemic

Morales A.

ZUSAMMENFASSUNG:

Die vorzeitige Ejakulation ist eine häufig auftretende sexuelle Funktionsstörung, die 20 % bis 30 % der Männer weltweit betrifft. Es gibt verschiedene Definitionen der Ejaculatio praecox. Typische Merkmale sind allerdings eine kurze intravaginale ejakulatorische Latenzzeit (IELT) und damit einhergehend sexuelle Unzufriedenheit und Leidensdruck. Ejaculatio praecox kann lebenslang auftreten oder erworben sein, die Ätiologie hingegen bleibt weiterhin unklar. Die Behandlung der Ejaculatio praecox beinhaltet normalerweise eine Arzneimitteltherapie, vor allem bei der lebenslangen Form. Obwohl mehrere Berichte zur Off-Label-Anwendung von selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) und anderen Verbindungen vorliegen, wurden nur 2 Behandlungen in randomisierten, kontrollierten klinischen Phase‑3-Studien untersucht: PSD502 und Dapoxetin (SSRI). Beide führten im Vergleich zu Placebo zu einer signifikanten Verbesserung der IELT und der Patientenselbstbewertungsdomänen Ejakulationskontrolle, sexuelle Zufriedenheit und Leidensdruck, gemessen anhand des Index der vorzeitigen Ejakulation (IPE). In dieser Übersicht wird auf beide Verbindungen näher eingegangen. Ergebnisse belegten, dass PSD502, Dapoxetin und andere SSRI die Symptome des vorzeitigen Samenergusses signifikant verbessern. Die systemische Anwendung von SSRI ist mit Risiken verbunden, die auf den bekannten pharmakologischen Eigenschaften dieser Klasse beruhen. PSD502 ermöglicht eine topische Behandlung, die bei Bedarf unmittelbar vor dem Geschlechtsverkehr angewendet werden kann und nicht mit systemischen unerwünschten Ereignissen assoziiert ist.